Geowanderweg Duppach, neue Strecke

Ausgangspunkt: Der Wanderparkplatz gegenüber der Kirche in 54597 Duppach, Vulkaneifel

Einkehrmöglichkeit: In Duppach direkt am Start und Ziel der Wanderung: Pension Rodenburg. Steffeln (4km) bietet 2 gute Gaststätten: www.gastwirtschaft-suennen.de
und www.vulkanhotel.de

Länge    8,4 km
Gehzeit  2 bis 2,5 Stunden
Anstieg  164 Höhenmeter

Charakter der Wanderung:
Geowanderweg Duppach ist im Gelände nur noch spärlich markiert, voraussichtlich wird man hier nicht mehr nachbessern. Die neue Markierungen des Vulkanpfades (2012) sind hilfreich, weil die neue Strecke zum Teil auf dem Vulkanpfad liegt. Sehenswürdigkeiten unterwegs: Die Römische Ausgrabung Weiermühle, der Aueler Drees, der Duppacher Weiher (ein Trockenmaar), das mit Wasser gefüllte und renaturierte Eichholzmaar und noch zwei weitere Mineralquellen, der Steffelner Drees und der Duppacher Drees.
Die Strecke dieser Wanderung ist zum größten Teil mit der von wanderung31.htm (Duppach, Mineralquellen & Maare), gleich.

Aufgezeichnet am 22.01.2015

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Streckenbeschreibung

km 0,0
Startpunkt ist der Wanderparkplatz gegenüber der Duppacher Kirche. Die Kirche im Rücken wandern wir nach links, gehen an der Abzweigung nach Schwirzheim vorbei und wandern an der nächsten Abzweigung geradeaus nach Gerolstein. Direkt hinter Haus Nr. 2A biegen wir links in ein Wirtschaftssträßchen ein.
km 0,8
In der Linkskurve folgen wir der Teerstraße nicht weiter, sondern gehen auf dem Feldweg geradeaus. Über Trittsteine überqueren wir den Oosbach und wandern weiter bergaufwärts, bis unser Weg auf einen Querweg stößt. (Wenn der Bach Hochwasser führt, wandern wir zur Teerstraße zurück und halten uns rechts bir wir Weiermühle erreichen)
km 1,4
Hier halten wir uns links. Jetzt sind wir auf dem Vulkanpfad, dessen Markierungen uns bis zum Steffelner Drees begleiten. Der Vulkanpfad zweigt 200 m weiter schon wieder nach links ab und wir wandern in einem schönen Wald talwärts und spater am Bach entlang weiter nach Weiermühle.
km 2,1
In Weihermühle halten wir uns auf der Kreisstraße links und nehmen wenige Schritte weiter an der gegenüberliegenden Seite den Weg rechts, am Oosbach entlang. 100 m vor dem Waldrand überqueren wir den Oosbach und erreichen bald die Römische Aufgrabung. Zurückschauend wird hinsichtlich, dass wir in einem alten Vulkanmaar stehen. Bis im 19. Jahrhundert war der "Duppacher Weiher" noch teils mit Wasser gefüllt. Gut ist die ringförmige Struktur zu erkennen, die dieses Maar umgibt, an der Nord- und Südseite hat der Oosbach jedoch den Ringwall abgetragen.

km 3,0
Die Römische Ausgrabung

1921 fand ein Bauer beim Pflügen einen überlebensgroßen Löwenkopf, sowie einen Eberkopf, aus Sandstein. Die Funde kamen ins Museum nach Trier und sind dort bis heute zu sehen. Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger fanden den Fundort in den 1980er Jahren erneut, ab 2001 fanden mehrere und ausführliche archäologische Ausgrabungen statt. Es wurde eine mehrere Hektar große Villenanlage aufgefunden. Die Anlage wurde erbaut um 90 n. Chr. , nahe an der Römerstraße Trier - Köln, der hier auf der Anhöhe verlief. Besitzer war der Stadtrat in Trier oder Köln. Er stellte seinen enormen Reichtum durch monumentale Grabmäler zur Schau, wovon die Überreste jetzt erforscht sind. Man geht davon aus, dass die hier errichteten Grabdenkmäler mit der Igeler Säule vergleichbar sind. Um 270/280 n. Chr. kam es zu einem Besitzerwechsel, die Grabmäler wurden zerstört und die Villa erlebte einen allgemeinen Niedergang. Zu Beginn des 5.Jahrhunderts wurde die Anlage verlassen. Die Bevölkerung nutzte nachher das Steinmaterial zum Hausbau und das Gelände als Ackerland.

Unsere Wanderung geht weiter in nördlicher Richtung. Nach etwa 250 m halten wir uns auf der Gabelung links. Da, wo der Feldweg in einer Asphaltstraße übergeht, nehmen wir den Feldweg rechts und wandern auf den Waldrand zu. Wir überqueren den Bach und wandern auf einem Stock- und Steinpfad nach links weiter. Der Pfad führt zum Aueler Drees, eine kleine Mineralquelle mit eisenhaltigem Wasser.

Aueler Drees
Das Auftreten von Mineralquellen im Vulkaneifel hängt mit dem früheren Vulkanismus zusammen. Aus Magma, tief im Erdinneren, entweicht CO2. Das CO2 steigt zur Erdoberfläche auf und löst sich in geringerer Tiefe im Grundwasser. Dieses Grundwasser wird dadurch kohlensäurehaltig und löst Mineralien aus dem Gestein. Weil das Gestein hier im Untergrund (Buntsandstein) kalkarm und eisenhaltig ist, haben die Quellen hier einen hohen Eisengehalt. Sobald das Quellwasser zu Tage tritt, fällt das Eisen unter Einwirkung von Sauerstoff schnell wieder aus. So entstehen die rötlichen Quellsedimente (Eisenocker).

Wir wandern weiter, überqueren die Straße Steffeln – Duppach und erreichen das Eichholzmaar.

km 4,5
Infotafel Foto XXL: Hier klicken
Das Eichholzmaar ist eines der kleineren Maare in der Vulkaneifel. Es hat einen Durchmesser von ca. 120 m. Eine alte Landkarte belegt, dass das Eichholzmaar früher mit Wasser gefüllt war. Diese "Tranchot-Karte" wurde von dem französischen Kartografen Tranchot erstellt, in 1811. Ältere detaillierten Karten von der Eifel gibt es nicht, erst nach der Französischen Besetzung in 1794 wurden solche erstellt.
Anfang des 20. Jahrhunderts hat man das Maar trocken gelegt, um Wiesenflächen zu erhalten. Von 2007 bis 2008 fand eine Renaturierung statt. Allererst wurde der Damm wieder hergestellt und wasserdicht gemacht. Der Bach floss ursprünglich durch den Kernbereich des Maares, ein Teil des Wassers wurde jetzt um das Maar herum geleitet, sodass sich Maar-Stillgewässer und Bach-Fließgewässer als Lebensräume ergänzen konnten. Das Alter des Eichholz-Maares lässt sich nur grob schätzen. Bohrungen haben ergeben, dass der Maarkessel mit einer 25 m dicke Schicht Maarsedimente aufgefüllt ist. Auf etwa 13m Tiefe befindet sich eine ca. 5cm dicke Schicht vulkanische Asche. Diese ist bei der Laacher See Vulkanausbruch abgelagert und der fand bekanntlich vor 12.900 Jahren statt. Das Maar wird also vielleicht noch zweimal älter sein.
Das neue Ökosystem Eichholzmaar entwickelt sich gut, es hat sich in wenigen Jahren zu einem Refugium für seltene Wasservögel und Reptilien entwickelt.


Wir umrunden das Maar zur rechten Seite und wandern weiter zur Mineralquelle „Steffelner Drees“. Auch dieses Mineralwasser ist kohlensäure- und eisenhaltig. Auffällig sind die roten Quellensediment-Ablagerungen.Die Menschen haben früher das Wasser dieser Quellen in Trinkbehälter gesammelt und schrieben es heilende Kräfte zu. Und Hedelich-Koche, Eifeler Pfannkuchen aus Buchweizenmehl , wurden hiermit gebacken, weil das kohlensäurehaltige Wasser den Teig gut auflockert.
Infotafel foto XXL: Hier klicken

Der Vulkanpfad zweigt hier nach Norden (Steffeln) ab, wir folgen nun der Markierung „Maare & Vulkane“. Weiter geht es, über eine kleine Holzbrücke, wir wandern talaufwärts und halten uns etwas weiter, am Wiesenrand und Stacheldrahtzaun links. Der Wiesenweg endet an einer Teerstraße, worauf wir nach rechts und bergaufwärts gehen. Am Waldrand nehmen wir den Weg schräg links, in den Wald hinein, steil bergabwärts. Auf dem breiten Waldweg halten wir uns links und wandern talabwärts, bis wir schließlich eine Asphaltstraße erreichen. Hier gehen wir nach rechts und kommen nach gut 200 m am Duppacher Drees an.

km 7,2
Duppacher Drees. Aus: http://www.quellenatlas.eu/40793.html (Kreis Vulkaneifel, Daun) Die stark kohlensäurehaltige Mineralquelle wurde in Stein gefasst und überdacht und ist für alle Bürger und Besucher frei zugänglich. Der geologische Unterbau besteht hier aus Sand- und Siltstein-Schichten der Unterdevon-Zeit. Bei der „Duppacher-Quelle“ handelt es sich um ein Quellwasser, das mit 3551 mg/l einen hohen CO2-Gehalt aufweist und besonders mit Calcium und Magnesium relativ stark mineralisiert ist. Das Mineralwasser enthält CO2, ist eisenhaltig aber gut trinkbar.

Nach Besichtigung der Quelle wandern wir auf der Asphaltstraße zurück, in Richtung Duppach. Über die Maifeldstraße, die in die Hauptstraße übergeht, erreichen wir die Kirche und den Wanderparkplatz.
km 8,3
Ende der Wanderung.

 

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